Foto:J.-L.Jacques


Luise Wunderlich, Rezitation
Johannes Hustedt, Flöteninstrumente

Zwei Künstler, fünf gemeinsame Programme: Literatur, Flöten, Improvisation, Szene, Lesung und Darbietung auf höchstem Niveau.
Im Theater, im Saal in der Gemeinschaftsküche oder draußen in der Natur: beweglich, frei, Räume und Darstellung im Bezug. Zuschauer im Bann, Texte im Flug.
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Foto:P.Dietrich  

 

Auf dem Fliegenplaneten.
Die Phantastische Welt des Christian Morgenstern

Luise Wunderlich, Rezitation
Johannes Hustedt, Flöteninstrumente

Christian Morgensterns Popularität ist auch 100 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. Wie kommt es, dass seine Fabulierkunst, allen voran die Galgenlieder, samt den Geschichten von Palmström, Korf und Paula Kunkel die Phantasie heutiger Hörer noch derart beflügelt? Mit seinen Texten präsentiert er Entwicklungsgeschichten, die aus der Realität, aus dem griffigen Sprichwort, aus der alltäglichen Nebensächlichkeit in eine bizarre Welt voller unbekannter Tiere, wie dem Nasobem, lebendiger Dinge wie dem Gingganz und transmorpher Welten wie den Fliegenplaneten führen. Die Welt wird in Frage gestellt, jederzeit kann sie sich auf völlig logischem Wege bizarr verformen - und da stehen wir gebannt, belustigt und geheimnisvoll bestätigt in einem typisch Morgensternschen Moment. Der Dichter jedoch, der im Alter von nur 42 Jahren starb und zuletzt ein großer Verehrer der Anthroposophie von Rudolf Steiner war, beschließt die schöpferischen Momente gern lapidar:

„Seit jenem Tage ward es
Ein Land ganz ohne Ruhm
Und sank samt seinem Käse
Zurück ins Heidentum“

 
Weitere Programme
mit Hans Bethge, Heinrich von Kleist, Friedrich Schiller und Wilhelm Busch:

 

„...wie der Windhauch in den Bäumen flüstert“
Der Dichter Hans Bethge und seine Nachdichtungen asiatischer Lyrik

Luise Wunderlich, Stimme
Johannes Hustedt, Flöte

Der Dichter Hans Bethge (*1876 in Dessau, 1946 in Göppingen, begraben in Kirchheim unter Teck) war ein Pionier. Im Jahr 1907 veröffentlichte er ein Buch, das ihm zu Ansehen und Bekanntheit verhalf: „Die chinesische Flöte“ mit Nachdichtungen chinesischer Lyrik.
Weitere Bände folgten, in denen er dem aufmerksamen Publikum zu Hause einen Eindruck von der Fülle der Dichtung in der Asiatischen Welt bis nach Arabien vermittelte. Heute verbindet man den Namen Bethge besonders mit den vielen Vertonungen dieser Nachdichtungen wie zum Beispiel Gustav Mahlers „Lied von der Erde“
Die Sprecherin Luise Wunderlich hat nun auch aus weiteren Bänden wie „Der asiatische Liebestempel“ und „Japanischer Frühling“ Gedichte ausgewählt, die sie zusammen mit dem Flötisten Johannes Hustedt in Wort und Klang umsetzt.
Johannes Hustedt verwendet dabei nicht nur die klassische Konzertflöte, sondern auch exotische Flöten, wie zum Beispiel die chinesische Dizi, eine kleine Bambus-Querflöte, mit ihrer Membran aus Reispapier für den typischen hellen chinesischen Klang sorgt, die indische Bansuri oder das armenische Duduk, ein kaukasisches Oboen-Instrument mit über 3500 jähriger Tradition. Dieses Instrument und seine Musik gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
In der stimmungsvollen und abwechslungsreichen Interpretation der beiden hochkarätigen Künstler erscheinen Text und Musik zugleich exotisch fern und menschlich nah.

Ein Schöngeist taucht wieder auf
...man gibt sich dem poetischen Schmelz der Verse hin, dem Rhythmus und dem Reichtum der Metaphern. Es ist erstaunlich, was Bethge aus seinem „Rohmaterial“ gemacht hat. Er beherrschte keine der Originalsprachen, sondern griff auf Übersetzungen zurück und formte sie in eigenständiger Weise um. Das Ergebnis ist so ansprechend, dass es unglaublich viele Komponisten reizte, diese Nachdichtungen zu vertonen.
Die Musikalität der Texte bildete auch die Grundlage für die Darbietung. Vom ersten Moment ihres Auftritts schufen die beiden Künstler im erfreulich dicht besetzten Kornhaus eine feierliche Atmosphäre. Flötentöne aus der Ferne bereiteten die Stimmung vor für die poetischen Verse, die Luise Wunderlich rezitierte. Partner Johannes Hustedt ist ein Großmeister der Flötenkunst. Er beherrscht Flöten aus verschiedenen Materialien und verschiedenen Epochen. Zusammen mit allerlei orientalischen Klanginstrumenten ist er mit seiner Musik immer präsent, als Untermalung der Texte oder mit Intermezzi zwischen den Gedichteinheiten. So wurde der Genuss an der Textlesung noch gesteigert.
Hoch konzentriert, vor ihrem Publikum stehend, modelliert die Sprechspezialistin die Texte so plastisch, dass sie geradezu aufblühen. Die Künstlerin nutzt auch alle Möglichkeiten erdverhafteter Komik. Schließlich schweben die Texte nicht nur in ästhetischen Höhen, sondern befassen sich auch mit irdischen Genüssen.

Ulrich Staehle, Der Teckbote

 

„Jeder Busen ist, der fühlt, ein Rätsel“
Heinrich von Kleists großartiges Werk

Luise Wunderlich (Stuttgart), Rezitation
Johannes Hustedt (Karlsruhe), Querflöten

Heinrich von Kleists Werke sind großartig, extrem, komisch, dramatisch, tief und bisweilen erschreckend aktuell. Der unruhige Geist dieses Dichters vermochte es, die schwierigen Wechselbeziehungen der menschlichen Gemüter kunstvoll genau zu erschließen und sie zu einem grausamen, geläuterten oder komischen bis grotesken Ende zu führen.
Dabei entwickelte er eine Sprache die manchen Schüler und Schauspielschüler zuerst verzweifeln und dann sich grenzenlos begeistern lässt, weil darin so viel lebendiges Leben mitreißend versprüht wird wie bei kaum einem anderen unserer Klassiker.
Luise Wunderlich hat anlässlich seines 200. Todestags einige der bemerkenswertesten Momente aus Kleists Werk zusammengefasst und mit dem Flötisten Johannes Hustedt in einer Weise zu einem Programm aus Komik und Tragik, Erzählstücken und Dramatik mit Musik verbunden, die das Genie dieses Mannes funkeln lässt.

Tod und Grusel mit Humor gespickt
Luise Wunderlich geht mit den Texten um wie mit einer Partitur, setzt Pausen und Zäsuren und belebt die Rezitation durch Elemente ihrer Schauspielkunst. Der hochkarätige Musiker Johannes Hustedt beginnt mit - Bach. Obwohl Bach und Kleist keine Zeitgenossen sind, schafft die "Partita a-moll" die Atmosphäre, die zum ersten Kleisttext passt. Die ausgefeilte und hochkonzentrierte Darbietung der beiden Protagonisten gab Kostproben der verschiedenen Dichtungsgattungen, sogar aus der relativ unbekannten Lyrik. Kleists Texte sind lebendiger denn je und der heftig beklatschte Abend hat neuen Appetit auf Lektüre geweckt.

Ulrich Staehle, Der Teckbote

 

„Gestehe, dass ich glücklich bin“ –
Friedrich Schiller (ver)sucht das Glück

Luise Wunderlich, Rezitation
Johannes Hustedt, Querflöten

„Selig, welchen die Götter, die gnädigen vor der Geburt schon liebten...“ – Doch diese Menschen sind selten. Und so tauchen in Schillers Theaterstücken und Balladen immer wieder Menschen auf, die das Schicksal herausfordern und das Glück wie Maria Stuart oder der Räuber Karl Moor mit Gewalt erzwingen wollen. Der Taucher will in der Meerestiefe „den köstlichen Preis erwerben“ und scheitert. König Polykrates hingegen fällt das Glück in einem solchen Maße in den Schoß, dass selbst der wohlgesonnene Freund erschrickt und flieht. Doch wie dem Schicksal entrinnen oder den eigenen inneren Mächten? Vielleicht so: „Willst du dich selber erkennen, so sieh, wie die andern es treiben/willst du die andern verstehen, blick in dein eigenes Herz“

Johannes Hustedt - Dozent an der Hochschule für Musik Karlsruhe - setzt den Schillerschen Heldinnen und Helden, den Gedanken zu Glück und Unglück, die Luise Wunderlich - bekannt als exzellente Rundfunksprecherin des SWR - zusammengestellt hat, Flötenmusik der Zeit entgegen: Im aufbrausenden Sturm und Drang und in empfindsamen bis klassischen Kompositionen von Johann Georg Tromlitz, Georg Abraham Schneider, Anton Stamitz, Franz Anton Hoffmeister und Johann Georg Wunderlich – sowie moderne Improvisationen, die unter die Haut gehen...

Schiller für die Ohren
Luise Wunderlich rezitierte die klassischen Texte so intensiv, dass die Worte und Bilder in den Köpfen der Besucher nachhalten. Dass Hustedt nicht nur ein ausgezeichneter Flötist sondern auch ein einfühlsamer musikalischer Interpret ist, bewies er mit der unkonventionellen Improvisation zu „Maria Stuart“.
Nordbayerischer Kurier

Glück oder eine Schillermorgana
Nur durch den Klang von Sprache und Querflöte verwandelte sich der große Saal in einen literarischen Tempel: Luise Wunderlich verlieh Friedrich Schiller Stimme und Körper. Sie schlüpfte während ihres Vortrags in ganz unterschiedliche Rollen, passte Stimme, Körperhaltung, ja sprachliche Akzente an die Texte Schillers an. Es war ein Kulturangebot der besonderen Klasse.

Claudia Hüfner, Die Rheinpfalz

 

Von Teufelswurst und Honigseim -
die (Küchen-) Weisheiten des Wilhelm Busch

Luise Wunderlich, Rezitation
Johannes Hustedt, Querflöte - von Piccolo bis Bass

Luise Wunderlich, Dozentin an der Musikhochschule Karlsruhe und bekannt als exzellente Stimme aus den SWR-Nachrichten, hat zahlreiche seiner Weisheiten wieder aufgespürt und dabei, ausgehend von den kulinarischen Texten, die sich um Pfannkuchen und Salat, um Hühner, Braten, Brot, Schnaps und Sauerkraut ranken, auch einige lebenskluge Tier-, Liebes- und Spottgedichte in ihr Programm aufgenommen und zu einem reichhaltigen Menü komponiert.
Passend dazu serviert Johannes Hustedt mit seinen Querflöten von Piccolo bis Bass musikalische Variationen und freche Improvisationen von der Klassik bis heute.

Ein Wilhelm-Busch-Abend der Extraklasse.
Luise Wunderlich als blendend aufgelegte Rezitatorin und Johannes Hustedt mit verblüffenden Flötentönen machten alte Verse quicklebendig.

Stuttgarter Zeitung

Wilhelm Busch perfekt interpretiert
Luise Wunderlich und Johannes Hustedt erwiesen sich als Meister ihres Fachs.

Luise Wunderlich wusste alle Facetten der sprachlichen Feinheiten auszuleben, bestach durch perfekte Wortgewandtheit und schauspielerische Direktheit. Dazu präsentierte sich Johannes Hustedt, ein virtuoser Flötist, dessen Spiel sich genau der jeweiligen Wortsituation anpasste – quasi die musikalische Antwort auf das Textliche. Beide ergänzten sich ideal, da hätte er das Spielen aufhören können, und die Melodie wäre noch in ihren Worten nachgeklungen. Oder sie hätte die Zunge ruhen lassen und er den Text instrumental beendet.
Horst Wunner, Bayerische Rundschau

Diese beiden außergewöhnlichen Künstler verbindet...Literatur und Musik. Dabei ziehen die Akteure alle Register und legen dabei hervorragende Talente an den Tag, wobei sich beide Sparten aufs Schönste verzahnen. Da verschmelzen freche Improvisationen von Piccolo und Bass Hustedt's mit der sprachlich herausragenden Wunderlich, gleich ob mit starker, sanfter, dann wieder belehrender Stimme, je nachdem, welcher Tonfall sich gerade am besten eignet für die ausgewählten (Küchen-) Weisheiten; alles frei nach dem Motto Buschs: "Was beliebt, ist auch erlaubt."
Badische Neueste Nachrichten

So virtuos wie Johannes Hustedt seinen Querflöten die Töne entlockte, so meisterhaft jonglierte Luise Wunderlich mit den Texten von Wilhelm Busch. Die ausdrucksstarke Mimik und Gestik der wandlungsfähigen Künstlerin unterstrichen ihre Worte aufs Beste. Wenn Wunderlich und Hustedt einen Text mit Stimme und Flöte gemeinsam präsentierten, liefen sie zur Höchstform auf. Wunderlich und Hustedt ließen Buschs Dichtung derart lebendig werden, dass keine Sekunde lang Langeweile aufkam.
Peter Dietrich, Der Teckbote

Wenn sie von Fritz und Ferdinand, ... einem betrunkenen Bären oder der weiblichen Tugend, einen guten Sonntagsbraten auf den Tisch zu bringen, erzählt, dann erobert sie ihr Publikum im Sturm.
Ein mimisches Ausnahmetalent ist Luise Wunderlich beschieden, das sie mit entwaffnender Schnelligkeit alle Register ziehen, bei jedem Text im Handumdrehen die Seelenlage wechseln und dabei auch noch jede Menge Charme versprühen lässt.
Die Texte bilden mit den frechen, musikalischen Improvisationen von Piccolo bis Bass (Johannes Hustedt) eine gelungene Allianz. Der studierte Musikpädagoge und Flötist ... ist nicht nur ein begnadeter Flötenspieler, sondern erweist sich auch als ausgezeichneter Grenzgänger zwischen Improvisation und Interpretation.
Elke Seiler, Schwetzinger Zeitung

 

 

Luise Wunderlich - Rezitation
Luise Wunderlich studierte an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bei Prof. Ulrike Meier-Hillenbrandt. Sie wirkte im „Studio gesprochenes Wort“ in vielen Programmen und Theaterstücken mit, reiste mit dem Ensemble nach St. Petersburg, wurde für ihre Rezitation Hölderlinscher Gedichte ausgezeichnet. Sie war Stipendiatin der Hermann-Haake-Stiftung, spricht für den SWR im Rundfunk und ist Dozentin an der Stuttgarter Musikhochschule sowie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Engagements u.a. bei den Klosterfestspielen Weingarten, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Calwer Hesse-Festspielen, den Haydn-Festspielen in Eisenstadt.

Johannes Hustedt - Flöte
Studium Musikpädagogik und Querflöte in Bremen und Karlsruhe. Mit dem Anliegen musikalisch/kulturellen Austausches weltweite Konzerttätigkeit, Uraufführungen, Rundfunk- und TV-Produktionen als Solist und Kammermusikpartner, z.B. Festival des "Centro para la Difusión de la Música Contemporánea" im Círculo de Bellas Artes in Madrid, "ProBaltica" Warschau, New York City-Series, Thomas-Mann-Festival Nida/Litauen, GAIDA-New Music Festival Vilnius, Musikfesttage Frankfurt/Oder, California State University Los Angeles, Hohenloher Musiksommer und Ludwigsburger Schloßfestspiele. Kulturbotschafter des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des deutsch/kanadischen Kulturaustausches. Dozent an der Musikhochschule Karlsruhe.


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